Du fragst nicht zu viel...
Shownotes
Kennst du das Gefühl, dass sich Menschen in deiner Gegenwart anfangen unwohl zu fühlen, weil du zu viel fragst?
Dass sie mit den Augen rollen oder sogar richtig böse werden? Und verspürst du dann vielleicht auch den Wunsch, dich zukünftig einfach mehr zurückzunehmen, um nicht anzuecken oder negativ aufzufallen?
Doch weißt du, dass gerade in diesem "nervigen" Nachfragen auch großes Potenzial steckt? Zum Beispiel Tiefgründigkeit, Wissensdurst und vor allem auch die Fähigkeit, Zusammenhänge und Missstände frühzeitig zu erkennen? Denn die richtigen Fragen zu stellen ist letztendlich eine Kunst.
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Und ich möchte dir unsere Online-Community für hochsensible Menschen empfehlen. Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch im Monat zu einem bestimmten Thema und tauschen uns dazu aus. Melde dich hier ganz unverbindlich für weitere Informationen an: HSP Online Community](https://mailchi.mp/f0743f83e0f4/hsp-online-community)).
Ich stehe außerdem für Vorträge, Lesungen und Workshops zur Verfügung.
Transkript anzeigen
00:00:05: Herzlich willkommen zu meinem persönlichen Podcast, wo sich alles um das Thema Hofsensibilität dreht.
00:00:12: Ich bin Christine Klocke und ich wünsche dir jetzt viel Freude beim Anhören!
00:00:17: Ein ganz herzliches Hallo an dich und ich freue mich, dass du auch heute wieder wissen möchtest wie es mit meiner kleinen Serie weitergeht zum Thema Herausforderungen von hoch sensiblen Menschen im Alltag aber auch im Berufsalltag.
00:00:32: Und ich hatte in den vergangenen Folgen ja schon darüber gesprochen.
00:00:36: das ist manchmal von außen so wirkt als wären wir zb faul als werden wir distanziert Stellen wir zu hohe Ansprüche.
00:00:49: Und heute geht es darum, dass wir für viele Menschen oft unbequem sind oder das es ihnen unangenehm ist mit uns zusammen sein oder mit uns zu arbeiten weil wir so viele Fragen stellen!
00:01:07: Und ich merke das im Tagesverlauf.
00:01:09: Jetzt gerade, ich nehme die Folge grade sehr, sehr früh am Tag auf weil ich jetzt einfach die Möglichkeit dazu habe.
00:01:17: und ja in den Momenten wenn mein Körper noch nicht richtig wach ist, wenn ich müde bin, wenn vielleicht eine ganze Menge im Kopf habe dann habe ich gar nicht so das Bedürfnis, Fragen zu stellen.
00:01:29: Dann bin ich eher in so eine Stimmung, dass sich sage, ach mir ist alles eigentlich jetzt gerade egal!
00:01:35: Ich konzentriere mich jetzt nur darum hier irgendwie wach zu werden, irgendwie an den Tag zu starten.
00:01:41: Aber wenn mein Gehirn dann einmal richtig wach ist und grade auch in Zeiten wo ich besonders viel Energie habe Dann ist es doch schon so, dass ich ein sehr großes Interesse an anderen Menschen habe.
00:01:55: Dass ich sehr viel wissen möchte und mich für Dinge und Menschen interessiere!
00:02:01: dass ich Wissen geradezu aufsaugen möchte.
00:02:05: Und dazu gehört eben nicht nur das Wissen über bestimmte Dinge oder Situationen, wie funktioniert etwas?
00:02:11: Wie kann es sein, dass es so was gibt und so weiter... Ich habe früher total gerne auch Lexika gehabt und darin geblättert und gelesen wie die Dinge entstehen.
00:02:22: Ich hatte so Sachbücher, ich habe ein Stabilbaugasten gehabt mit Motor, mit dem ich bauen konnte.
00:02:28: Ich war ziemlich gut auch damals in der Schule dann überraschenderweise in Informatik und Mathematik und hab mich eigentlich schon immer für Dinge interessiert.
00:02:39: Hab auch viel Dokumentationen geschaut.
00:02:43: Was mir als Kind ganz besonders dann aber auch als Jugendliche aufgefallen ist, ist dass das wohl so eine Besonderheit sein muss.
00:02:51: Denn viele Menschen interessieren sich nicht für so viele Dinge und viele Menschen finden es auch unbequem Fragen gestellt zu bekommen.
00:03:02: Ich kann mich daran erinnern, dass ich anfangs in der Schule Ein Kind war, was sich sehr viel gemeldet hat.
00:03:11: Was sehr viel wusste und viele Fragen gestellt hat.
00:03:15: Vielleicht kennst du das auch?
00:03:17: Dass es in der Schule einfach unbequem ist, viel zu wissen, dass man dann schnell so ein bisschen in Richtung Streber tendiert.
00:03:24: Das war bei mir zum Glück nicht der Fall aber ich habe trotzdem gemerkt, dass es irgendwie doof ist, sich immer zu melden und immer dranzukommen weil da eine bestimmte Sonderstellung hatte Und habe dann angefangen, mich nur noch wenig zu melden.
00:03:40: Wenig die Fragen der Lehrer und Lehrerin zu beantworten obwohl ich ganz oft Bescheid gewusst hätte.
00:03:47: In Bezug auf Dinge und Situation ist dieses viele Fragen ja manchmal vielleicht unbequem gerade auch im Arbeitskontext aber ich glaube das es gerade in zwischenmenschlichen Bereich nochmal eine ganz andere Dimension annimmt denn oft ist es so dass Menschen Dass die wenigsten Menschen sich wirklich mit sich selbst beschäftigen, dass sie ihr Handeln, ihr Tun das Ganze sein von sich auch hinterfragen.
00:04:15: Denn oft stecken da ganz viele Erlebnisse, ganz viele Momente, die eher negativ geprägt sind und worüber Sie natürlich nicht sprechen wollen womit Sie sich vielleicht gar nicht beschäftigen wollen weil die Dinge, die Sie erlebt haben so schlimm sind, dass Sie in irgendeiner Kiste eingeschlossen sind.
00:04:34: Und ich will da jetzt gar nicht zu tief reingehen, ich möchte ein bisschen an der Oberfläche bleiben.
00:04:40: Es reicht aber auch schon einfach mich mit Menschen zu unterhalten und ihnen Fragen zu stellen – zu ihnen selbst zu ihrem Wesen.
00:04:49: Und das ist ja eigentlich auch, was meine Arbeit als Coach ausmacht – Dinge zu hinterfragen, Dinge die ich spüre und fühle, die ich sehe.
00:05:00: Auch zu fragen ob es vielleicht so sein könnte oder auch anzusprechen, was sich da wahrnehme und die Menschen an sich wirklich zu erkunden.
00:05:12: Da geht's mir nicht nur darum oberflächlich zu schauen, was für ein Mensch das ist, sondern dann wirklich den Mensch mit all seinen Eigenheiten, mit all seinem Wesen und allem was dazugehört.
00:05:23: Wirklich auch ja ergründen könnte man so sagen.
00:05:28: das hat aber nichts damit zu tun dass ich da irgendwie Die Person bewerten möchte, dass sich sie bloß stellen möchte.
00:05:37: Sondern ich habe einfach nur ein ganz echtes Interesse an den Menschen und da hab' ich's schon ganz, ganz oft erlebt vor allem in meiner Jugendzeit aber dann auch im späteren Leben das viele Menschen mit diesen tiefen Interessen und dem Hinterfragen nicht umgehen können, dass es ihnen unangenehm wird Dadurch, dass ich aus sehr viel Wahrnehmer an Themen rankomme die diesen Personen sehr unangenehm sind und bequem sind wo sie nicht drüber sprechen wollen.
00:06:09: Wo sie vielleicht sogar wissen ist das irgendwie Schwachstellen sind.
00:06:13: Dass diese Menschen dann sogar sehr wütend geworden sind, dass sie sehr böse geworden sind Und ich habe das damals nicht verstanden.
00:06:23: Ich habe damals immer gedacht, ich mache irgendwas falsch.
00:06:26: Ich mache irgendein Fehler!
00:06:28: Ich darf nicht so viel fragen.
00:06:30: Ich darf auch nicht so neugierig sein.
00:06:32: Bis ich dann eben gemerkt habe, dass sich durch dieses Hinterfragen und diese Tiefgründigkeit und das Einbeziehen meines eigenen Wissens und meiner eigenen Erfahrung, dass ich damit Menschen auch wirklich bewegen, motivieren und berühren kann – und so bin ich eigentlich zu meiner Berufung gekommen.
00:06:50: Dass ich Vorträge halte, dass weil ich einfach, glaube ich sehr gut Fragen stellen kann.
00:06:58: Und in dieser heutigen Welt braucht es meiner Meinung nach auch Menschen die gute Fragen stellen können, die nicht alles nur so hinnehmen wie es ist sondern die Dinge hinterfragen, hinter die Fassade der Menschen schauen wollen, hinter den Gegebenheiten, die uns einfach so präsentiert werden.
00:07:18: und Ja klar kann das für mein Gegenüber unangenehm werden, wenn ich so tiefgründig bin.
00:07:25: Wenn nicht so genau an den Details interessiert bin.
00:07:29: Wenn sich in meinem Kopf plötzlich Fragezeichen auftun und ich denke so... Hey, irgendwie kann das nicht stimmen oder irgendwie stimmt?
00:07:39: Passt es nicht überein.
00:07:40: Stimmt das nicht mit dem was du vorhin gesagt hast?
00:07:43: wie kannst du denn so oder sowas sagen und gleichzeitig dass oder das?
00:07:47: das passt irgendwie gar nicht so richtig zusammen.
00:07:50: Und ja der Mensch geht immer zu einem Großteil von sich aus und ich habe eigentlich früher immer gedacht, dass alle Menschen so sind Natürlich nicht verstanden, warum so viele Menschen mit meinen Fragenstellen nicht umgehen können.
00:08:09: Und es hat eine sehr, sehr lange Zeit gebraucht und auch viel Arbeit und auch Viel Selbsterfahrung und viel Beschäftigung mit mir selbst, bis ich erkannt habe dass das rein gar nichts mit mir zu tun hat!
00:08:23: Dass es nicht darum geht, dass Ich mich verstecken muss, dass Es nicht darum Geht, dass sich keine Fragen mehr stellen darf sondern, dass ich mir ganz bewusst sage okay.
00:08:36: Ich habe das Recht diese Fragen zu stellen gerade wenn sie in meinem Kopf kommen, wenn sich Unklarheiten äußern Wenn ich Missstände wahrnehme zum Beispiel in der Arbeit oder bei was auch immer dann darf ich darüber sprechen Dann darf ich das annehmen und die Fragen stellen.
00:08:56: Und wenn mein Gegenüber diese Frage nicht beantworten möchte, weil es plötzlich unbequem für ihn wird.
00:09:04: Weil diese Person vielleicht keine Antworten auf meine Fragen hat, weil diese Person plötzlich mit einem Thema konfrontiert wird was eigentlich eine Baustelle ist wo sie aber keine Lust hat damit irgendwie zu arbeiten dann hat das in diesem Sinne nichts mit mir zu tun und das möchte ich dir heute gerne mit auf den Weg geben.
00:09:28: Ja, so ein bisschen die Befürchtung habe dass viele hochsensible tiefgründige Menschen halt gerne Fragen stellen.
00:09:34: Dass sie Dinge sehr gut überschauen können das Missstände sehr schnell wahrgenommen werden und dass ich mir gut vorstellen kann gerade aus dem Wunsch heraus auch nicht anecken zu wollen geliebt werden zu wollen Harmonie aufrecht zu erhalten und Streit und irgendwie unbequeme Situation vermeiden zu wollen, dass aus diesem Wunsch heraus vielleicht auch bei dir resultiert das du nicht mehr so viel fragst.
00:10:06: Dass du die Dinge plötzlich auch als gegeben wahrnimmst Dass du, wie ich in der Schule dich dann plötzlich nicht mehr meldest und so tust als wirstest du es auch nicht nur damit du eben nicht negativ auffällst oder nicht positiv auffälst.
00:10:19: Und somit dich irgendwie mit in die Masse integrieren kannst.
00:10:22: Was dir dabei verloren geht sind ganz wunderbare Potenziale, die eigentlich in dir stecken.
00:10:27: Was dir dadurch verloren geht, sind wunderbare Chancen eben diesen Platz an der Welt zu finden wo du auch wirklich hingehörst, wo deine Fähigkeiten auch wertgeschätzt werden, wo du deine Fährigkeiten auch wirklich positiv einsetzen kannst.
00:10:41: und es braucht Menschen wie uns.
00:10:43: gerade in der heutigen Zeit Und ich glaube auch gerade in dieser Zeit wo es unglaublich schwer ist ein Therapieplatz zu bekommen sind Menschen wie ich, wie wir werden wir auch gebraucht.
00:10:56: Weil wir dürfen zwar nicht therapieren, wir dürfen nicht therapeutisch arbeiten oder Diagnosenstellen oder Medikamente verordnen aber was wir können gerade mit unserer sehr empathischen liebevollen verständnisvollen Art, mit unserer Tiefgründigkeit und Kreativität Lösungen zu finden.
00:11:16: Ich glaube, dass wir damit Menschen auch helfen können, denen es jetzt nicht so schlecht geht.
00:11:21: Dass sie unbedingt eine Therapie brauchen, sondern dass wir auch ein bisschen als Überbrückung mit diesen Menschen in Form von einem guten hochwertigen Coaching zusammenarbeiten können um eben erste Lösungsansätze zu finden und stabilisieren, um Neuorientierung anbieten zu können.
00:11:40: Denn dieses Hinterfragen ist doch unglaublich wichtig!
00:11:46: Oder wie siehst du das?
00:11:47: Also ich finde, dass es unglaublich wichtig ist Fragen zu stellen.
00:11:52: Im Problem bekommen wir wenn wir alle still bleiben Und gerade bei Kindern ist das ja ganz offensichtlich.
00:11:58: Sie stellen so viele Fragen, dass uns manchmal fast die Ohren klingeln und manchmal wir auch mit den Augen rollen und denken so darauf habe ich jetzt gerade keine Antwort.
00:12:07: aber ich glaube, dass es dann nur dann unbequem wird wenn wir eben selber grade nicht in unserer Kraft sind Wenn wir selber gerade Stress haben oder eigentlich Ruhe brauchen.
00:12:18: Oder was sich auch festgestellt habe Dass es anderen Menschen unangenehm ist wenn sie keine Antwort haben auf eine Frage Und viele Fragen, die Kinder stellen.
00:12:27: Denke ich dann auch so weiß ich nicht muss sich mal gucken.
00:12:30: interessante Frage lass uns mal gemeinsam schauen und es ist auch absolut okay nicht immer eine Antwort auf ne Frage zu haben.
00:12:38: manchmal geht's auch einfach nur darum die frage zu stellen und an dem raum stehen zu lassen denn fragen arbeiten auch unbewusst in uns weiter.
00:12:48: in unserem Unterbewusstsein werden diese Fragen, Prozesse, Denkprozesse und Lösungsprozesses anstoßen.
00:12:55: Und deswegen nochmal wirklich mein Appell an dich!
00:13:00: Du stellst nicht zu viele Fragen.
00:13:04: im Gegenteil – es ist wichtig, Fragen zu stellen, Dinge zu hinterfragen und nicht einfach nur mit dem Strom zu schwimmen.
00:13:11: Gerade in deinem persönlichen Umfeld.
00:13:14: Es ist auch wichtig, diese Fragen zu stellen.
00:13:17: Weil du glaube ich nur dann ein glückliches Leben führen kannst wenn du mit Menschen zusammenlebst und Menschen in deinem Leben hast die mit diesen Fragen auch umgehen können.
00:13:27: Die mit deiner Art so sein mit deinem Wesen auch wirklich umgehen kann.
00:13:31: Und wo du nicht ständig einen Augenrollen kriegst oder im bösen Spruch nur weil du eine Frage gestellt hast Gerade auch wenn du es nicht machst, um andere Menschen zu verletzen.
00:13:41: Weil das können wir hoch sensiblen Menschen auch sehr gut weil wir eben die Schwachstellen der anderen kennen.
00:13:46: aber meistens ist es doch wirklich so dass hinter diesen vielen Fragen ein echtes Interesse an den Dingen und an den Menschen steckt dass das hinterfragen einfach aus unserer Tiefkundlichkeit heraus resultiert dass wir die Dinge gerne verstehen und begreifen wollen weil wir dann auch erst wirklich dazu in der Lage sind Lösungen zu finden und Denkprozesse wirklich auch anzustoßen.
00:14:09: In diesem Sinne, nein du fragst nicht zu viel.
00:14:13: behalte dir das wirklich bei.
00:14:15: ich freue mich auf deine Nachrichten, ich freue dich auf deine Impulse und wenn du diese Folge mit jemanden teilst der vielleicht auch davon profitieren kann.
00:14:24: in diesen Sinne wünsche ich dir alles Gute.
00:14:26: bewahre dir deinen Neugier und Sorge gut für dich bis bald.
00:14:35: Das war der Hochsensibilitäts-Podcast von und mit mir Christine Kluck.
00:14:41: Ich hoffe, dass dir diese Folge gefallen hat!
00:14:43: Wenn ja, empfehle mich gerne weiter – und ansonsten sage ich bis zum nächsten Mal!
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