Du bist keine Spaßbremse...
Shownotes
**"Jetzt tu doch nicht immer so erwachsen!!!"
**,
sagten meine Freunde während meiner Jugendzeit sehr oft zu mir. Dabei war ich gerade mal 14 Jahre alt.
Bis zu einem gewissen Punkt habe ich damals jeden Spaß mitgemacht. Wurde jedoch eine bestimmte Grenze überschritten, zog ich mich lieber zurück. Dann, wenn es einfach zu viel wurde: zu ungerecht, zu übertrieben oder zu gefährlich. Wenn ich auf einer Party sagte, dass ich jetzt nach Hause gehen würde, erntete ich komische Blicke und Sprüche wie: "Was? Jetzt schon? es hat doch gerade erst angefangen…" Und immer hatte ich irgendwie das Gefühl, falsch zu sein und einfach nicht mithalten zu können.
Heute weiß ich, dass ich keine Spaßbremse bin, sondern mittlerweile einfach gut gelernt habe, auf meinen Körper und mein Gefühl zu hören. Ich weiß, wo meine eigenen Grenzen und Bedürfnisse liegen. Und ich ziehe mich rechtzeitig zurück oder setze mich für gewisse Grenzen ein.
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Transkript anzeigen
00:00:05: Herzlich willkommen zu meinem persönlichen Podcast, wo sich alles um das Thema Hochsensibilität dreht.
00:00:12: Ich bin Christine Klocke und ich wünsche dir jetzt viel Freude beim Anhören!
00:00:18: Ein herzliches Hallo an dich heute mit einem Thema, ähm ja dass ich aus meinem Leben nur allzu gut kenne und du vielleicht auch sonst würdest du mir ja vielleicht hier jetzt gerade nicht so hören.
00:00:32: Hast du in deinem Leben auch schon öfter mal gehört oder das Gefühl gehabt, dass du irgendwie die Spaßbremse bist?
00:00:39: Dass andere die Augen verleiern wenn du irgendwas sagst.
00:00:44: Also ich kenne es wirklich zu genüger.
00:00:47: Ich kenne das vor allem aus meiner Jugendzeit und meine Kindheit kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern Und ja aus meinem jetzigen Leben kenne ich das auch.
00:00:59: also Ich muss aber sagen, vielleicht gleich zum Anfang, dass sich die Zeiten schon ein bisschen geändert haben.
00:01:06: Dass ich in meiner Jugendzeit und meinen jungen Erwachsenenalter damit schon größere Herausforderungen hatte als es heute ist.
00:01:14: Heute erlebe ich gerade wenn ich so sage, ich gehe jetzt nach Hause oder das ist mir zu viel oder auf das Event kann ich nicht gehen.
00:01:22: Erlebe ich nicht mehr diese Ablehnung und dieses Augenverleiern sondern da erlebe geht es in Richtung Bewunderung, dass ich es trauere da wirklich gut für mich zu sorgen.
00:01:36: Da eine Grenze zu setzen und auch dazu zu stehen.
00:01:41: Und ... In meiner Kindheit beziehungsweise im Jugendalter hatte ich eine Klicke mit der ich regelmäßig zusammen war über mehrere Jahre und da war's ganz oft so, dass sich immer den Spruch gehört habe, oh Christian jetzt sei doch nicht schon wieder so erwachsen!
00:01:59: Und ich meine weich... ... und vielleicht kennst du das ja auch in deinem Leben.
00:02:07: Also bei mir war es immer so, dass ich halt ganz schnell irgendwie Gefahren gespürt habe.
00:02:12: oder wenn die Jungs dann angefangen haben irgendwie Blödsinn zu machen, dass sich da eben schon das Gefühl hatte, boah, das kippt jetzt gleich hier die Stimmung oder das geht irgendwie in eine falsche Richtung, jetzt passiert hier gleich irgendein Unfall oder so... Und deswegen hab ich halt relativ oft dann auch gesagt, Mensch jetzt hört doch mal auf oder ne macht das mal lieber nicht.
00:02:34: Oder es ist nicht ein bisschen zu viel jetzt und habe dann versucht eben zu schlichten.
00:02:39: Es war ganz oft so dass ich bei meinen Kumpels die Spaßbremse war beziehungsweise zu erwachsen war und den Spaß da nicht mitgemacht habe.
00:02:52: Es ist nicht so, dass ich überhaupt nichts mitgemacht habe.
00:02:54: Dass ich immer nur Belehrend darstand und den Zeigefinger gehoben hab.
00:02:58: aber es gab dann immer einen Moment wo ich gemerkt habe jetzt wird's mir zu viel, jetzt wirds zu gefährlich.
00:03:05: Jetzt wird das zu ungerecht.
00:03:09: An dem Punkt habe ich dann immer versucht, mich noch ein bisschen zurückzuhalten.
00:03:13: Nichts zu sagen was dann natürlich mit der Zeit immer schwerer wurde.
00:03:17: und irgendwann hab' ich dann eben auch das gesagt.
00:03:21: Und es ist total witzig.
00:03:22: in den Momenten im Nachhinein gesehen In den momenten wo ich da nichts gesagt habe Ist dann meistens irgendwie was passiert.
00:03:32: Oder in den Momenten, wo ich gesagt habe, ich gehe jetzt nach Hause.
00:03:37: Mir wird das hier gerade ein bisschen zu unangenehm oder zu viel.
00:03:42: Zum Beispiel haben wir uns an dem Wochenende immer regelmäßig getroffen da am Rande des Neubaugebietes um dann eine kleine Feier zu machen, ein bisschen zur Grillen Musik zu hören und Blödsinn zu machen wie die Jugendlichen halt sind.
00:03:56: Und ich bin dann meistens an irgendeinem Punkt nach Hause gegangen, weil ich mir gedacht hab jetzt ist hier irgendwie nicht mehr angenehm.
00:04:01: Ich habe ja auch kein Alkohol getrunken und so weiter.
00:04:05: Und dass dann meist kurz danach die Polizei zur Kontrolle kam oder so.
00:04:10: Also ich hab da wirklich ein sehr gutes Gespür gehabt.
00:04:13: aber für meine Kumpels war ich eben relativ oft die Spaßbremse.
00:04:22: Während meiner Studienzeit zum Beispiel hat das eigentlich dann angefangen, dass ich gemerkt habe, gar nicht so verkraftet mit so vielen Partys.
00:04:33: Also gerade als Studentin, wenn man da anfängt sind ja überall die Erstsemesterparties und dann geht es weiter mit der nächsten Party und dann ist Fasching und dann is Sommerparty, Sommerfest dieses jenes, dann zwischendurch bist du noch in den Club gegangen?
00:04:49: Dann hast du dich noch im Park getroffen also irgendwie ... Du konntest eigentlich die ganze Zeit immer irgendwie mit Menschen zusammen sein, feiern.
00:04:59: Ich habe gemerkt, das ist irgendwie nicht meins.
00:05:02: Und hab dann langsam angefangen so ein bisschen auszusortieren und ich kann mich an eine Situation noch unglaublich gut erinnern was auch in späteren Jahren mal zum Thema geworden ist.
00:05:16: da war ich mit meinem besten Freund zusammen und der sagte so Also es war glaube ich kurz vor dem Wochenende und er sagte so, hey am Freitag oder Samstag weiß ich jetzt nicht mehr.
00:05:28: Da hast eine Party da und dort, da bist du doch sicher
00:05:31: dabei.".
00:05:32: Und ich habe so kurz überlegt und ich war... also ich hab wirklich immer im Studium wirklich viel zu tun gehabt, viel gelernt und hab auch nebenbei noch im Sonnenstudio gearbeitet um ein bisschen Geld zu verdienen.
00:05:44: das war mir unglaublich wichtig!
00:05:47: Und ich war am Wochenende dann manchmal einfach platt.
00:05:49: Ich wollte dann einfach nur meine Ruhe haben.
00:05:51: Und in dem Moment hab ich überlegt, okay, die und die Party?
00:05:55: Wir haben ein bester Freund ist da aber ansonsten ... Dann habe ich gesagt ne, ich glaub nicht!
00:06:00: Und eher so... Ne ja ok erst was anderes vorher und ich so nee eigentlich auch nicht.
00:06:05: Und eher sowas machst du denn am Wochenende?
00:06:07: Und dann hab ich so gesagt, ich bleib einfach zu Hause guck Fernsehen und mach irgendwas für mich So möchte nicht auf eine Party gehen.
00:06:16: und er hat mich dann angeguckt, so ein bisschen verständungslos.
00:06:19: Er ist gesagt warst du bist da ganz alleine?
00:06:20: Und ich so ja genau das ist das was ich will.
00:06:24: Der hat mich denn so angegückt und gesagt okay und wir haben uns dann jahr später nochmal über diese Situation unterhalten und der hat an zu mir gesagt dass er das total mutig fand von mir zu sagen nee ich gehe nicht auf die party ich möchte lieber alleine in ruhiges wochenende verbringen und dass er sich gewünscht hätte, dass er manchmal den Mut dazu gehabt hätte einfach diese Grenzen zu setzen.
00:06:50: Und ich kenne das auch dieses Gefühl immer was zu verpassen wenn du halt nicht dabei bist.
00:06:54: deswegen habe ich ja früher auch so viele Sachen mitgemacht obwohl ich mich eigentlich gar nicht sowohl damit gefühlt habe muss auch sagen dadurch dass ich halt viele Sachen Mit gemacht habe aber ich halt auch unglaublich viel erlebt hab unglaublich viele Menschen kennengelernt Dinge erleben dürfen, von anderen vielleicht nur träumen können.
00:07:17: Vor allem auch das Kennenlernen von ganz besonderen Menschen die mein Leben dann eben sehr beeinflusst und bewegt haben.
00:07:25: aber ich glaube dass es auch ganz wichtig ist seine Grenzen zu kennen.
00:07:29: Und ich habe während der Studienzeit damit angefangen zu erkennen, dass mir nicht alles gut tut.
00:07:35: Als ich dann hier nach Leipzig gezogen bin und mit meiner Selbstständigkeit angefangen hab vor etwa siebzehn Jahren, hab' ich auch gesagt okay Ich muss halt raus!
00:07:42: Ich muss unter Menschen, ich muss auf die Netzwerke, während sich muss sichtbar werben... ...und das hat mich unglaublich viel Energie gekostet.
00:07:49: Damals gab's auch noch nicht diese Frauennetzwerk treffen Das war alles immer gemischt sehr Männer geprägt Diese ganze Business-Welt.
00:07:58: Es hat mir unglaublich viel Energie gezogen, da auf diese Events zu gehen und sichtbar zu werden.
00:08:04: Und über mein Business zu sprechen!
00:08:06: Dann kam ja im Jahr zwei Tausend neunzehn unsere Tochter auf die Welt und es gab ja dann auch Corona so dass man gar nicht mehr zu so vielen Events gehen konnte.
00:08:17: und ich habe dann einfach auch gemerkt das ist Wohler viel besser geht, wenn ich nicht so viele unterwegs bin.
00:08:25: Und ich habe dann angefangen als es da wieder losging mit den Veranstaltungen wirklich auch zu schauen wo möchte ich hingehen?
00:08:31: Wo kann ich mich wohl fühlen?
00:08:33: Wo ziehe ich einen Mehrwert heraus?
00:08:35: Und da geht es nicht jetzt um die besten Geschäftsbeziehungen, sondern darum menschlich einen Mehrwert für mich herauszuziehen.
00:08:43: Was ist vielleicht ein Event, was mich interessiert?
00:08:45: Wo es eine tolle Location ist und ein schöner Vortrag gehalten wird – wo ich weiß, dass da sind ein paar Menschen, die mir gut tun.
00:08:53: Also ich wähle wirklich ganz bewusst meine Zeit aus und sage auch ganz bewusst zu Dingen Nein oder ich gehe dann halt zeitiger nach Hause, wenn ich merke so das reicht mir jetzt einfach.
00:09:06: Meine Energie ist nicht mehr da und wenn ich noch weiter auf dieser Party bleiben würde... Dann würde es mir die nächsten drei Tage wirklich schlecht gehen.
00:09:17: Und als ich angefangen habe, dann damals auch mit meinen Freunden gerade hier in Leipzig – wenn nicht viel unterwegs war zu sagen «ich gehe jetzt nach Hause», hab' ich schon öfter mal einen Spruch gekriegt.
00:09:26: So was denn jetzt schon?
00:09:27: Ist doch noch früh und so... Aber ich glaube das ist zum ein auch eine Rolle mitspielt dass ich kein Alkohol getrunken habe.
00:09:34: Und natürlich mein hochsensibles Nervensystem irgendwann dann auch durch die Reizüberflutung gesagt hat «so jetzt stopp».
00:09:41: Wenn du jetzt nicht nach Hause gehst, dann kriegst du Kopfschmerzen und Bauchschmerz.
00:09:46: Dann wird dich schlecht usw.
00:09:48: Du kennst das auch.
00:09:50: Deswegen finde ich es so wichtig, dass wir da einen Wandel vollziehen.
00:09:56: weg von diesem Boah ey!
00:09:58: Du bist ja ein Spaßbremse.
00:10:00: oder was bist denn du für ein Loser?
00:10:01: Oder für eine Langweiler?
00:10:04: Und das merke ich.
00:10:05: hin zu dem... Okay, gut.
00:10:08: Wenn du jetzt für dich spürst es reicht dann geh nach Hause und ich finde es schön dass du da warst und wünsch dir noch einen entspannten Abend oder so.
00:10:15: das wir uns dagegen seitlich auch ein bisschen unterstützen.
00:10:18: weil ich immer wieder merke auch in Gesprächen und in meinen Coachings dass viele Menschen sich das gar nicht trauen dass sie gar nicht in der Lage dazu sind, zu sagen hey es reicht mir jetzt hier.
00:10:29: Ich sollte jetzt eigentlich nach Hause gehen sondern Sie denken das ist unhöflich und vielleicht mache ich auch noch mal eine eigene Podcast-Kolge zum Thema Unhöflichkeit sein weil gerade dieses Zu dir stehen um zu sagen so ich gehe jetzt nachhause oder das hier tut mich grad nicht gut oder ey das läuft jetzt ja aus dem Ruder da möchte ich einfach nicht dabei sein Dass das für einen selbst unglaublich wichtig ist, dass das aber von anderen Menschen auch als Unhöflichkeit empfunden werden kann.
00:11:02: So wie kannst du jetzt einfach gehen?
00:11:05: Aber ich glaube, dass dahinter auch was anderes steckt nämlich der eigentliche Wunsch der anderem Person genau so zu handeln also eigentlich auch gehen zu wollen aber vielleicht nicht zu können oder nicht zu dürfen.
00:11:18: Und da ist es glaube ich ganz wichtig, dass wir immer mehr zu unserem Bedürfnis entstehen.
00:11:25: Dass du dir bewusst machst, dass du keine Spaßbremse bist sondern das du einfach dich selber kennst.
00:11:31: Dass Du deine Grenzen warst und auf Deine Bedürfenisse hörst.
00:11:35: Das du den Anspruch hast gesund zu bleiben und gut für Dich zu sorgen.
00:11:39: Und das ist grundsätzlich etwas sehr sehr Positives.
00:11:42: Deswegen lass Dir nicht einreden, dass Du eine Spassbremise bist.
00:11:47: Wenn du zu dir und deinen Grenzen stehst, gehst du als ein mutiges Beispiel, gutes positives Beispiel voran.
00:11:54: Und du wirst auch immer mehr Menschen in dein Leben ziehen die das wertschätzen, die damit gut klarkommen.
00:12:01: Die sagen so hey was bist du für eine starke Persönlichkeit?
00:12:03: jetzt einfach zu sagen ich gehe jetzt heißt es nicht auch immer man soll dann gehen wenn's am schönsten ist.
00:12:10: Aber ich habe auch schon erzählt, dass es wichtig ist immer bis zum Schluss zu bleiben.
00:12:14: Weil man damit den wirklich interessanten Menschen meistens erst ins Gespräch kommt.
00:12:18: also ja ein Punkt was ich dann zum Beispiel gemacht habe.
00:12:23: jetzt das gehört nicht ganz zum Thema aber es glaube ich auch wichtig.
00:12:26: Ich bin einfach ein bisschen später erst auf die Events gegangen um dann länger bleiben zu können.
00:12:31: Also das ist auch eine Möglichkeit.
00:12:34: Da wirst du nicht so als Spaßbremse gesehen, sondern die Leute haben dich halt vorher nicht gesehen und du musst ja nicht sagen dass ihr erst von einer Stunde gekommen bist obwohl das Event schon drei Stunden läuft.
00:12:44: Also das ist auch eine ganz gute Möglichkeit!
00:12:46: Aber grundsätzlich solltest du wirklich dir selbst bewusst sein gut für dich sorgen deine Grenzen kennen, deine Bedürfnisse kennen und einfach auch dazustehen und wissen dass du keine Spassbremsen bist.
00:12:58: in diesem Sinne wünsche ich dir eine gute Woche und sage bis bald.
00:13:06: Das war der Hochsensibilitäts-Podcast von und mit mir Christine Kluck.
00:13:12: Ich hoffe, dass dir diese Folge gefallen hat!
00:13:14: Wenn ja, empfehle mich gerne weiter – und ansonsten sage ich bis zum nächsten Mal!
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