Du bist nicht distanziert...

Shownotes

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Du bist nicht distanziert…

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du bist manchmal einfach nur überladen. Und wenn dir alles zu viel wird, dann ziehst du dich zurück. Um dich zu schützen und von all den Sinnesreizen abzugrenzen.

Ich erinnere mich, dass ich wegen genau dieses Verhaltens schon oft als arrogant, eingebildet oder unnahbar bezeichnet wurde. Doch das trifft nicht den Kern. Denn letztendlich grenze ich mich nicht von den Menschen an sich ab, sondern von dem gefühlten Chaos, was mich in diesen Momenten umgibt.

Denn das hilft mir dabei, mein Nervensystem wieder zu beruhigen. Wieder besser zurück zu mir und meiner Mitte zu finden. Um dann letztendlich auch wieder offener für die Welt und die Menschen um mich herum sein zu können.

Um das und mehr geht es in meiner heutigen Podcastfolge. Was hast du für Erfahrungen gemacht?

Mehr zu mir und meiner Arbeit findest du außerdem auf meiner Website. Dort kannst du auch mein Buch "Hochsensibel durchs Leben." oder mein Arbeitsbuch "Neurodivergenz als deine Stärke." erwerben. Und hier kannst du mein 30-Minuten-Buch "Neurodivergenz im Berufsalltag." bestellen, was am 19. März 2026 beim GABAL Verlag erschienen ist.

Und ich möchte dir unsere Online-Community für hochsensible Menschen empfehlen. Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch im Monat zu einem bestimmten Thema und tauschen uns dazu aus. Melde dich hier ganz unverbindlich für weitere Informationen an: *HSP Online Community*

Ich stehe außerdem für Vorträge, Lesungen und Workshops zur Verfügung.

Transkript anzeigen

00:00:05: Herzlich willkommen zu meinem persönlichen Podcast, wo sich alles um das Thema Hofsensibilität dreht.

00:00:12: Ich bin Christine Klocke und ich wünsche dir jetzt viel Freude beim Anhören!

00:00:36: Sätze oder Glaubenssätze zum Thema zu nehmen.

00:00:39: Letzte Woche war das Thema Faulheit dran

00:00:42: bzw.,

00:00:43: du bist nicht faul, du lebst nur in einem System was einfach nicht für dich gemacht ist.

00:00:48: und diese Woche möchte ich diesen roten Faden so ein bisschen weiter spinnen.

00:00:55: und es geht um das Thema Ich bin nicht distanziert

00:00:59: bzw.,

00:01:00: Du bist nicht distanziert.

00:01:04: Es ist so ein Thema, das begleitet mich so rückblickend wenn ich da jetzt mit der heutigen Brille drauf schaue eigentlich auch schon mein ganzes Leben.

00:01:11: Und Ich bin immer wieder beeindruckt davon wie sehr doch selbst und fremdbild manchmal auseinander liegen können Wie oft es diesbezüglich auch einfach zu Missverständnissen kommen kann.

00:01:23: Und diese Missverständnisse entstehen ganz oft daraus, dass wir einfach nur irgendwie uns in unserer Blase oder in unsere eigenen Welt befinden und uns unserem Gegenüber nicht wirklich mitteilen.

00:01:35: Dass wir nicht wirklich ehrlich sind, dass wenn ich wirklich sagen was wir fühlen, das wir nicht darüber sprechen wie es eigentlich in uns aussieht, was uns beschäftigt ,was uns vielleicht sogar belastet und wie wir eigentlich funktionieren.

00:01:48: Deswegen ist mein Tipp auch immer, höher aufzumaskieren und zeige dich so, wie du bist denn nur dann können andere Menschen auch Situationen besser einschätzen sie können Dich besser einsetzen Sie können mit Deinem Verhalten viel besser umgehen weil sie wissen okay in deren der Situation kommt das oder dieses Verhalten einfach stärker hervor Und sich selber dann auch immer wieder sagen zu können, hey das liegt nicht an mir.

00:02:14: Dass die andere Person sich jetzt so verhält sondern es gibt eine Ursache innerhalb der anderen Personen, die dazu führt dass sie sich so verhält klingt ein bisschen kompliziert aber ich hoffe du verstehst was ich meine.

00:02:27: und gerade beim Thema Nähe und Distanz entstehen unglaublich viele Missverständnisse weil wir nicht miteinander sprechen weil wir uns dem anderen nicht offenbaren, gerade bei uns Hochsensiblen ganz oft auch aus Angst vor Ablehnung.

00:02:45: Aus Angst davor Fehler zu machen, kritisiert zu werden wieder irgendwie falsch zu sein dass wir uns nicht richtig verhalten und so weiter und sofort.

00:02:56: und also ich kenne diese Distanzsprüche aus meiner Jugend vor allem Oder auch als ich eine junge Erwachsene war und noch häufiger weggegangen bin, ist mir das ganz oft passiert, dass Menschen mich für arrogant oder eingebildet gehalten haben.

00:03:17: Dass sie das Gefühl hatten oder ich ihnen das Gefühl vermittelt habe nichts mit ihnen zu tun haben zu wollen.

00:03:23: Einfach walle ich mich von... Ja, eigentlich nicht unbedingt von den Menschen – also das auch ein bisschen aber eher von den jeweiligen Situationen – distanziert habe und zurückgezogen habe.

00:03:37: Und bei uns hochsensiblen Menschen ist es ja so dass wir grundsätzlich viel mehr wahrnehmen als Menschen die eben nicht diese hohe Sensitivität haben.

00:03:47: Unsere Welt ist sehr laut und schnell geworden!

00:03:51: Und gerade in Situationen wo wir mit anderen Menschen Kontakt Wo wir also in die Interaktion gehen, wo wir mit anderen Menschen sprechen.

00:04:01: Wo wir uns in Umgebungen befinden, wo viele andere Menschen sind wo wir vielleicht auch das Gefühl haben, wieder wir müssen uns anpassen.

00:04:10: Wir müssen uns auf eine bestimmte Art und Weise verhalten.

00:04:15: besonderer Anlässe unser hoher Anspruch an uns selbst dass wir wieder denken wir müssen alles auch richtig machen und besonders perfekt und besonders gut so dass wir von allen geliebt und gemocht werden und dass jeder sich wohl fühlt.

00:04:29: Und ich glaube schon alleine wenn ich das jetzt hier alle so aufzähle musst du mal ganz tief durchatmen, weil das einfach schon einfach durchs Erzählen so einen unglaublich hohen Druck erzeugt.

00:04:40: Und ich das Gefühl habe so wow was für Ansprüche!

00:04:44: Was für ein riesen Aufgabenberg liegt da eigentlich tagtäglich vor uns?

00:04:50: Deswegen ist es gar nicht so untypisch für uns, dass wir uns auch gerne mal zurückziehen.

00:04:58: Dass wir auch gerne nur für uns sind und einfach diese Auszeiten zur Regeneration, zur Beruhigung unseres Nervensystems brauchen.

00:05:09: Und das ist aber leider in dieser heutigen Welt der ständigen Erreichbarkeit usw.

00:05:16: sehr schwierig, uns da wirklich auch auszeiten zu gönnen.

00:05:23: Oft ist es ja so, dass wir zum Beispiel in einer bestimmten Arbeit folgen müssen.

00:05:27: Bestimmte Routinen im Alltag folgen mussten das Dinger einfach gemacht werden müssen und diese Aufgabenliste ist heute für unsere Erwachsene viel höher als sie noch vor zwanzig dreißig Jahren war wo wir noch Kinder waren.

00:05:44: also unsere Eltern haben auch ein ganz anderes ganz anderes Bild von Eltern gelebt als wir es heute leben.

00:05:53: die ganze Digitalisierung, die Bildschirme.

00:05:55: Die ständige Dauerbeschallung, die ständigen Erreichbarkeit – das macht ja was mit uns!

00:06:01: Heute gehen die Kinder nicht mehr einfach nur raus und kommen nach Hause wenn es dunkel wird und wir wissen gar nicht wo die Kinder gewesen sind aber es geht immer alles gut sondern heute fahren wir die Kinder überall hin.

00:06:13: Überall ist irgendwas, überall muss mitgemacht werden, überall laufen Bildstürme Musik usw.

00:06:20: Und diese Diese ständigen Reize, die da auf uns einprasseln können wir gar nicht komplett ausblenden.

00:06:29: Was wir hochsensiblen Menschen aber sehr gut können ist uns von solchen Situationen so'n bisschen distanzieren und ich kenne das wenn ich so wieder zurückblicker auf meine eigene Kindheit.

00:06:47: Ich kenne das vor allem mit anderen Menschen, die auch hochsensibel sind.

00:06:51: Mit denen ich mich da umgeben habe und was wir immer so gemacht haben ist... Wir haben uns dann irgendwie gefunden und haben uns irgendwie eine eigene kleine Welt erschaffen.

00:07:02: Haben uns aus dem ganzen Trubel ein bisschen zurückgezogen in der Ecke verzogen oder irgendwo sind im Park gegangen oder auf einer Party dann irgendwie in der ecke wo es ein bisschen ruhiger war oder wenn wir in dem Club waren, dann irgendwo sind wir mal rausgegangen vor die Tür um durchatmen zu können.

00:07:21: Also diese Distanz zu schaffen von dieser eigentlich ständigen Überreizung – das können wir hochsensible Menschen doch intuitiv irgendwie ganz gut.

00:07:32: und deswegen finde ich ist es auch so wichtig dass Zum Beispiel in Arbeitsumgebungen, Schulen, Kindergärten und öffentlichen Einrichtungen oder wo auch immer dass es diese Rückzugsmöglichkeiten gibt.

00:07:50: Denn das ist nicht nur für uns hochsensible Menschen extrem wertvoll denn eigentlich für jeden Persönlichkeitstyp Weil wir einfach auch mal abschalten müssen.

00:07:59: Weil wir ganz automatisch rausmüssen aus diesem Trubel und diesen Chaos, was uns tagtäglich umgibt.

00:08:11: Und schauen wir uns das doch jetzt mal an.

00:08:15: Warum bist du immer so distanziert?

00:08:16: Warum fühlst du dich als etwas Besseres?

00:08:18: Warum musst du immer irgendwie auffallen?

00:08:21: Warum bist Du denn so anders?

00:08:25: Also die Frage stellt sich für mich gar nicht, ob ich distanziert bin.

00:08:32: Ich glaube es gibt einen ganz anderen Ansatzpunkt – ich distanziere mich nicht grundsätzlich von den Menschen, die mich umgeben sondern was bei mir passiert.

00:08:44: in meinem Innern meldet sich dann so eine Art Alarmsystem?

00:08:53: Ich kann das eine Zeit lang ganz gut kompensieren und auch mitmachen.

00:09:00: Und ich habe da eine Zeitlang auch wirklich Spaß und Freude dran, aber irgendwann gibt es dann diesen Punkt – und das variiert immer je nachdem ob ich gut geschlafen hab oder ich erschöpf bin, ob ich Wechseljahressymptome hab, ob das Wetter stimmt, ob mich gut fühle wie viel ich schon an diesem Tag aushalten musste anreizen.

00:09:22: Es gibt dann irgendwann diesen einen Punkt.

00:09:25: Es ist wie als würde jemand einen Schalter in meinem Kopf umlegen und dann merke ich, boah jetzt wird mir gerade alles zu viel.

00:09:34: Jetzt brauche ich eigentlich eine Auszeit.

00:09:37: Und das fühlt sich an als würde dieses Schutzschild was ich so um mich rum aufgebaut habe um diese ganzen Reiz immer ein bisschen abrallen zu lassen an mir Als würde dieses Schutzschild sich plötzlich öffnen und diese ganze Lärm, die ganzen Energien der Menschen, diese ganzen Reize würden auf einmal auf mein Körper einprasseln.

00:09:59: Und dann merke ich richtig so, wow mir wird jetzt grad bisschen schwindlig vielleicht fängt mein Kopf an weh zu tun.

00:10:05: Ich krieg Herzklopfen, ich kriege schwitzige Hände, ich habe das Gefühl ich muss auf Toilette also je nachdem wie lange ich diese Situation danach aushalten muss, desto extremer wird das dann.

00:10:18: Und es kann sein dass sich mich dann selber so ein bisschen runter regulieren kann durch die Atmung, durch einen bestimmten Fokus, durch irgendwas was weiß ich ein saures Bombon oder sowas was mich wieder so ein bißchen erdet.

00:10:34: Aber wenn ich einfach schon zu lange diesen Zustand ausgehalten habe und wenn ich mich dann auch in diesem Moment nicht anfange wirklich so ein bisschen zurückzuziehen, dann merke ich auch dass mein Körper dann wirklich auch schlapp macht.

00:10:48: Das ist vielleicht auch das, was die anderen dann so wahrnehmen als distanziert.

00:10:52: Dass ich mich anfangs vielleicht gar nicht so einlassen möchte auf Gespräche, auf andere Menschen oder wenn ich da sehr intensiv drin bin, dass sich dann doch versuche, mich da irgendwie wieder so'n bisschen rauszuziehen um einfach mein Nervensystem wieder zu beruhigen.

00:11:08: Es kann schon sein, dass das beim Gegenüber dann ankommt als habe ich kein Interesse mehr an der Person als würde ich das Gespräch einfach unterbrechen.

00:11:16: und Manche Menschen können da auch sehr, sehr empfindlich drauf reagieren und das natürlich viel interpretieren.

00:11:24: Und ich könnte in dem Moment dann natürlich sagen so, ich muss mal auf Toilette und dann einfach verschwinden.

00:11:30: aber viel ehrlicher wäre es doch zu sagen hey weißt du wird hier gerade alles zuviel?

00:11:35: Ich brauche jetzt mal einen Moment für mich.

00:11:37: oder ich würde gerne mal alleine ein bisschen vor die Tür gehen oder ich möchte nach Hause gehen ist auch ein ganz wichtiger Satz.

00:11:45: Ich glaube, dass wenn wir das wirklich aussprechen.

00:11:48: Dass das zum einen davor bewahren kann und es zu Missverständnissen kommt.

00:11:52: Und was ich auch schon gemerkt habe ist Wenn ich diese Emotionen und Gefühle und Befindlichkeiten ausgesprochen habe Das ganz andere Menschen dann gesagt haben so Hey!

00:12:03: Ich fand das grad total mutig, dass du das angesprochen hast oder die sogar dankbar waren und dann gesagt Haben hey mir geht's eigentlich die ganze Zeit schon genauso.

00:12:12: Ich gehe jetzt glaub ich auch nach Hause Und ich war jetzt letztens auf einem Netzwerkevent, wo ich mich sehr gut unterhalten habe.

00:12:21: Wo aber auch alles irgendwie sehr laut und intensiver und ich hatte noch dazu zwei Nächte nicht so gut geschlafen.

00:12:28: Ich hatte Kopfschmerzen und ich mochte die Gespräche und ich hätte mich so gerne mit noch viel mehr Menschen unterhalten.

00:12:36: Aber ich hab dann erst mal gesagt, ich muss jetzt erstmal was essen.

00:12:40: Und da habe ich mir etwas zu Essen geholt und haben mich in eine ruhige Ecke gesetzt.

00:12:44: Dann wäre ich auf der einen Seite total gerne wieder reingegangen und hätte mich noch mit anderen Menschen unterhalten.

00:12:51: Ich habe aber gedacht okay wenn ich jetzt wieder reingehe bin ich hier noch drei Stunden und dann wird es mir wirklich so viel.

00:12:57: Und dann habe ich mich dazu entschlossen nach Hause zu gehen.

00:12:59: war super traurig weil ich mit einigen Menschen nicht sprechen konnte und ich mich eigentlich sowohl gefühlt habe Aber da ich meinen Körper und mein Nervensystem kenne, war das wirklich der richtige Weg für mich.

00:13:11: Ich habe da also auf meine Bedürfnisse gehört und meine Grenze auch gut erkannt.

00:13:17: Und es kann aber auch sein, dass andere das so interpretieren, dass sie sagen, Mensch, ihr habt gar nicht mit mir geredet, die ist einfach gegangen und hat mich gar nicht mal gegrüßt oder irgendwie ... aber hey!

00:13:29: Ich bin nicht distanziert von euch sondern ich distanziere mich dann einfach von den Eindrücken und von dem Chaos, was mir dann oft einfach zu viel wird.

00:13:38: Und wenn dieser Punkt gekommen ist wo ich merke der Schalter in mehr hat sich umgelegt, dann kann nicht da auch nicht mehr so lange das kompensieren, sondern muss mich dann wirklich rausnehmen und zurückziehen.

00:13:51: Und vielleicht, wenn du dich in dieser Folge wiedererkennst, traust du dich das nächste Mal auch wirklich ganz offen dann darüber zu sprechen oder dich rauszuziehen und einfach die Gewissheit zu haben hey ich bin nicht distanziert sondern ich distanziere mich von den vielen Eindrücken und dem Chaos was mich umgibt.

00:14:12: Das hat nichts mit dir als Mensch oder als Person zu tun.

00:14:16: Ich glaube, wenn wir das offen aussprechen dann entwickeln wir gegenseitig auch ein viel größeres Verständnis für einander und öffnen uns damit auch ganz neue Wege.

00:14:27: Und ich glaube dass der Kontakt zu manchen Menschen dadurch noch intensiver wird anstatt dann für eine Distanz und Ablehnung und Abneigung zu sorgen.

00:14:39: Ich bin gespannt auf deine Geschichten, dass mich gerne daran teilhaben was du so erlebt hast.

00:14:43: Was deine Erlebnisse sind wie du mit diesen plötzlichen Reizüberflutungsschalter umgehst ob du sowas auch in deinem Kopf hast.

00:14:52: ich freue mich über jede Nachricht von dir und wünsche dir jetzt eine gute und stressfreie Woche.

00:15:00: Das war der Hochsensibilitäts-Podcast von und mit mir Christine Kluck.

00:15:06: Ich hoffe, dass dir diese Folge gefallen hat – wenn ja, empfehle mich gern weiter!

00:15:10: Und ansonsten sage ich bis zum nächsten Mal!

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